Roman Köster![]() Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Sozial-, Wirtschafts- und Technikgeschichte an der Universität der Bundeswehr München Aufenthalt am Forschungskolleg Humanwissenschaften: März 2016‒April 2016Forschungsthema am Forschungskolleg Humanwissenschaften: »Eine Begriffs- und Konzeptgeschichte der Kapitalismusanalyse im 20. Jahrhundert«Projektbeschreibung: Das geplante Projekt möchte sich mit der Verwendung des Begriffs »Kapitalismus« seit dem 19. Jahrhundert und seiner Bedeutung für die analytische Erfassung der modernen Wirtschaft auseinandersetzen. Dabei geht es erstens um die historische Rekonstruktion des Begriffsgebrauchs. Es soll danach gefragt werden, warum der Begriff um die Wende zum 20. Jahrhundert in den »bürgerlichen« Wissenschaftsdiskurs eingeführt wurde und welche Auffassungen und Vorstellungen der Wirtschaft sich zeitgenössisch mit ihm verbanden. Wie lässt sich der Begriffsgehalt von konkurrierenden Bezeichnungen, z.B. der »freien Verkehrswirtschaft« oder der »Marktwirtschaft«, unterscheiden? Zweitens geht es darum, wie sich der Begriffsgebrauch in Reaktion auf die ökonomischen Strukturwandlungen im 20. Jahrhundert veränderte. Dabei wäre beispielsweise die zunehmende Staatsintervention im Zuge der beiden Weltkriege oder auch in Folge der Weltwirtschaftskrise zu thematisieren. Weiter wäre danach zu fragen, wie sich der Wandel zur sog. »Dienstleistungsgesellschaft« im Verlauf der 1970er Jahre im Verständnis des Kapitalismus niederschlug. Drittens sollen transnationale Kommunikationsprozesse in den Blick genommen werden. Insbesondere anhand des Vergleichs der amerikanischen und der deutschen Kapitalismusdebatte geht es darum, Prozesse gegenseitiger Wahrnehmung und Beeinflussung zu identifizieren. Warum wurde der Begriff »Capitalism« während der Weltwirtschaftskrise in den USA adaptiert, worin bestand seine Attraktivität? Dabei erscheint es als besonders interessant, wie deutschsprachige Emigranten den Kapitalismusdiskurs in den USA nach 1933 prägten. Es soll aber auch danach gefragt werden, wie die amerikanischen Debatten über den »People´s Capitalism« oder das Verhältnis von Kapitalismus und Freiheit (M. Friedman) auf deutsche Diskurse zurückwirkten. (Roman Köster) Zusammenarbeit: Roman Köster folgt der Einladung von Werner Plumpe (Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Goethe-Universität) und dem Historischen Kolleg des Forschungskolleg Humanwissenschaften. Wissenschaftliches Profil von Roman KösterRoman Köster hat 2008 mit einer Arbeit über »Die Wissenschaft der Außenseiter. Die Krise der Nationalökonomie in der Weimarer Republik« an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main promoviert. Die Arbeit wurde 2009 mit dem Preis der Hilmar Kopper-Stiftungsfonds der Universität ausgezeichnet. 2015 hat Roman Köster an der Universität der Bundeswehr München mit einer Arbeit über »Die Kehrseite des Wohlstands. Die Abfallwirtschaft in Westdeutschland 1945−1990« habilitiert.Forschungsschwerpunkte: Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte; Umweltgeschichte, insbesondere Geschichte der Abfallwirtschaft; Geschichte des ökonomischen Denkens
Veröffentlichungen (Auswahl):
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