Das Forschungskolleg Humanwissenschaften: Veranstaltungen

Donnerstag, 07.05.2026, 19:00 Uhr
Ort: Forschungskolleg Humanwissenschaften, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg

John McCloy Transatlantic Forum
Vortragsreihe: »Umkämpftes Vermächtnis. Die ›Declaration of Independence‹ als lebendige Tradition, 1776 – 2026«

Frank Kelleter (Freie Universität Berlin)
»Philosophie als Politik: Vom Siebenjährigen Krieg zum Kriegssommer 1776«

Über den Vortrag
Der Vortrag diskutiert die Unabhängigkeitserklärung als Kriegsdokument im Kontext globaler militärischer Auseinandersetzungen seit dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763). Demnach hatte Jeffersons philosophische Rhetorik im Kriegssommer 1776 eine durchaus strategische Funktion innerhalb kolonialer Macht- und Interessenkonflikte. Der Vortrag skizziert, wie sich der kolonial-amerikanische Protest erst spät, vor allem unter dem Einfluss von Thomas Paines Common Sense (Januar 1776), zu einem universalistischen Freiheitsdiskurs radikalisierte. Diese ideologische Wende war eng mit der Dynamik politisch-militärischer Eskalationen der 1760/70er Jahre verbunden und keineswegs von Anfang an angelegt. Zugleich bleibt die Unabhängigkeitserklärung ein ambivalentes Dokument, das zwischen politischer Propaganda, philosophischem Anspruch und siedlungskolonialer Gewalt oszilliert. Der Vortrag möchte beleuchten, wie ihr Universalismus (bis heute) sowohl emanzipatorisches Potenzial entfaltet als auch problematische politische Implikationen mit sich bringt.

Über den Redner
Frank Kelleter ist Professor für Nordamerikanische Kultur und Einstein-Professor für nordamerikanische Kulturgeschichte am John-F.-Kennedy-Institut der Freien Universität Berlin. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die amerikanische Kolonialzeit und Aufklärung, Theorien der amerikanischen Moderne und die amerikanische Medien- und Populärkultur seit dem 19. Jahrhundert. Seit 2018 ist er Principal Investigator am Exzellenzcluster »Temporal Communities: Doing Literature in a Global Perspective« der Freien Universität Berlin. Ausgewählte Publikationen: Amerikanische Aufklärung. Sprachen der Rationalität im Zeitalter der Revolution (Schöningh Verlag, 2002); (herausgegeben mit Alexander Starre) Culture2: Theorizing Theory for the Twenty-First Century, Vol. 1 (Transcript Verlag, 2022) und (herausgegeben mit Dustin Breitenwischer, Miltos Pechlivanos, Samira Spatzek, Chunjie Zhang) Literatures, Communities, Worlds: Competing Notions of the Global (Königshausen & Neumann, 2024).

Über die Reihe
Im Jahr 2026 jährt sich die amerikanische Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 zum 250. Mal. Das John McCloy Transatlantic Forum am Forschungskolleg Humanwissenschaften nimmt dies zum Anlass, um sich – gerade auch vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Entwicklungen in den USA – in einer interdisziplinären Vortragsreihe mit der Wirkungsgeschichte und Aktualität der »Declaration of Independence« zu befassen.
Die Reihe wird in Kooperation mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte veranstaltet.

Anmeldung
Zur besseren Disposition bitten wir um vorherige Anmeldung bis zum 4. Mai 2026 unter:
anmeldung@forschungskolleg-humanwissenschaften.de.
Sie erhalten eine Anmeldebestätigung.



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